|
Hallo, liebe SF-Freunde
Hier eine Leseprobe meiner FanFiction-Geschichte: LOCKRUF DER STERNE Als registrierter User kannst du die bislang erschienen Kapitel der Geschichte, als PDF´s downloaden.
Viel Spaß mit diesem kleinen Ausblick. ulimann644
1.
DIE VERLORENE EXPEDITION
Oberstleutnant Leon Kuehn wandte seinen Kopf etwas zur Seite und blickte auf die elektronische Datumsanzeige seiner Kommandokonsole, die den 27. Mai 2187 anzeigte. Dieses Datum, so überlegte er, würde seinen festen Platz in den Geschichtsbüchern der modernen Menschheit finden, denn an Bord seines Raumschiffs, der RISING-STAR, befand sich das erste einsatzreife Exemplar eines überlichtschnellen Antriebssystems. Die grauen Augen des dunkelblonden, hochgewachsenen Terraners, deutsch-amerikanischer Abstammung, funkelten ironisch, bei dem Gedanken, dass sein Name, und die Namen seiner sechs Crew-Mitglieder, damit zwangsläufig ebenfalls in die Annalen der Menschheit eingehen würden. Er persönlich legte darauf keinen besonderen Wert. Das vordringliche Ziel des fünfunddreißigjährigen Stabsoffiziers war es, die anstehende Mission zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen und zu beweisen, dass das neue Antriebssystem einwandfrei funktionierte. Die Männer und Frauen, die maßgeblich an der Entwicklung des ersten Überlichtantriebs der Menschheitsgeschichte beteiligt gewesen waren, nannten das neuartige Aggregat schlicht: Parakonverter. Eigentlich war der Begriff Überlichtantrieb nicht exakt, denn der Parakonverter war lediglich dazu da, sowohl die Einflüsse des Normalraums, als auch die, des so genannten Pararaums zu absorbieren, wobei sich das Raumschiff, zumindest in der Theorie, in einem, nur mathematisch erfassbaren Halbraum, zwischen beiden Kontinuen bewegen sollte, in dem die normalen physikalischen Gesetze keine Gültigkeit hatten. Dieser erste Prototyp des Parakonverters sollte dabei eine Maximalgeschwindigkeit von fünfzigtausendfacher Lichtgeschwindigkeit ermöglichen. Technisch realisierbar war dieses System erst geworden, nachdem die terranischen Wissenschaftler es im Jahre 2119 endlich geschafft hatten, Fusionsreaktoren in Mikrobauweise zu entwickeln, die den Proton-Proton Zyklus der Sonne nachahmten. In den Reaktionskammern wurden dabei vier Wasserstoffatome zu einem Heliumatom verschmolzen, welches rund ein Prozent leichter war, als das Ausgangsmaterial. Zusammen mit dem Andruckabsorber und dem Antigravsystem, zwei technische Errungenschaften, deren Entwicklung erst wenige Jahre zurücklag und die es an Bord der anderen Forschungskreuzer ebenfalls gab, hatten sie ein solch kühnes Projekt überhaupt erst möglich werden lassen Um den enormen Platz- und Energiebedarf des Parakonverters zu decken, hatte man die RISING-STAR um etwa 20% größer konstruieren müssen, als die restlichen Raumschiffe der kleinen Terranischen Forschungsflotte, die immerhin zwölf Einheiten umfasste. Die RISING-STAR war das dreizehnte Raumschiff der Flotte, aber darüber machte sich der Kommandant keine Gedanken, denn er hielt nichts von abergläubischem Hokuspokus. Für ihn war dieses kegelförmige Raumschiff, mit einer Gesamtlänge von 120 Metern, und einem Basisdurchmesser von 35 Metern, ein wahr gewordener Traum, den er schon als kleiner Junge gehabt hatte. Ein funktionierender Parakonverter, würde es der Menschheit erlauben alle Sterne, im Halbmesser von 1000 Lichtjahren, innerhalb eines Monats zu erreichen. Vor dem geistigen Auge des Kommandanten entstand die phantastische Vision, dass die Menschheit, wenigsten in begrenztem Umfang, ein interstellares Sternenreich errichten würde. Schon heute gab es Sternenbasen auf dem Mars, Pluto und dem irdischen Mond. Die Gefahr einer Überbevölkerung der Erde, wäre dann, ein für allemal, gebannt. Die Gedanken des Oberstleutnants kehrten jedoch schnell in die Wirklichkeit zurück. Zuerst einmal musste sich erweisen, ob der Parakonverter die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen konnte. Die erste interstellare Reise eines irdischen Raumschiffs sollte zu Barnards Stern erfolgen, ein Sonnensystem dass 5,2 Lichtjahre von der Erde entfernt war, und bei dem Astronomen mindestens zwei Planeten entdeckt hatten. Die Aufgabe dieser Mission war es, wenn möglich, auf einem der Planeten zu landen, und festzustellen, inwieweit sich einer dieser Planeten, als erster Außenposten und als Forschungsbasis eignen würde. Oberstleutnant Leon Kuehn sah zu Hauptmann Anja Romanowa hinüber, die sich konzentriert über ihre Kontrollen beugte und die letzten Systemchecks vornahm. Die siebenundzwanzigjährige, in Minsk geborene Weißrussin, gehörte erst seit einigen Wochen zu seinem Team, nachdem Major Lev Tarok, der diese Position vorher ausgefüllt hatte, bei einem tragischen Unfall, während seines letzten Kurzurlaubs, ums Leben gekommen war. Er kannte sie noch nicht lange genug, um sich ein umfassendes Bild von der hochgewachsenen, schlanken Frau mit den nussbraunen, schulterlangen Haaren zu machen, aber sein erster Eindruck bisher war überaus positiv. In den letzten Wochen hatte sie bewiesen, dass sie ihre Aufgaben, als Navigationsoffizier, gewissenhaft und exakt erledigte, und Leon Kuehn, der in den meisten Fällen seinen Instinkten vertraute, war dem Flotten-Oberkommando dankbar, ihm einen so fähigen Ersatz für Major Tarok zugeteilt zu haben. Obwohl sie sich erst wenige Wochen kannten, war sie ihm bereits sehr sympathisch; nicht zuletzt wegen ihrer offenen, schnörkellosen Art und ihrer Angewohnheit, auch mit unpopulären Meinungen und Ansichten nicht hinter dem Berg zu halten. Den bisherigen Dienst und die Simulatoreinsätze mit ihr, hatte er stets als angenehm empfunden und ihre Zusammenarbeit funktionierte bereits jetzt so hervorragend, als würden sie sich schon wesentlich länger kennen. Gerade so, als habe die Navigatorin seine Blicke in ihrem Rücken gespürt, wandte sie sich zu ihm um. Ihre dunkelbraunen Augen wichen seinem Blick nicht aus, als sie sagte: „Alle Systemanzeigen befinden sich innerhalb normaler Parameter, Leon. Die RISING-STAR ist klar zum Start.“ Der Oberstleutnant erhob sich aus seinem Konturensessel und erwiderte ihr Lächeln. „Danke, Anja. Da der Start erst um 12.00 Uhr Ortszeit stattfindet, haben wir noch über eine halbe Stunde Zeit. Ich werde die Zeit für einen letzten Rundgang nutzen. Rufen Sie mich über Interkom, falls irgend etwas meine Anwesenheit in der Zentrale erforderlich macht.“ „Okay, Leon.“ Der Oberstleutnant wandte sich ab und stieg über die, zentral angebrachte, enge Wendeltreppe, ein Deck tiefer, wo sich die Stationen des Ersten Offiziers, Major Frank Poggensee, und von der jungen Geologin des Teams, Leutnant Diane Hayes, befanden. Als er die Station des Majors betrat, fand er dort, außer seinen besten Freund, auch Leutnant Hayes vor. Beide saßen vor den Ortungskontrollen und lachten gerade vergnügt. Leon Kuehn machte, mit einem auffällig dezenten Räuspern auf sich aufmerksam und meinte gespielt ernst: „Ich dachte, hier würden gewissenhaft, die Bordsysteme gecheckt. Statt dessen amüsiert man sich lieber, wie mir scheint.“ Frank Poggensee, der von seinen Freunden nur Poggy gerufen wurde, wusste, wie die Worte des Freundes gemeint waren, und lehnte sich entspannt in seinem Sessel zurück. Auf Leute, die den Major nicht kannten, wirkte er, in dieser Haltung, phlegmatisch und erweckte stets den Eindruck, als würde er in einer Berghütte vor dem Kamin sitzen und der Dämmerung entgegendösen. Nur wer den Deutschen richtig kannte wusste, dass dieser Eindruck völlig falsch war. Die wasserblauen Augen des Majors funkelten amüsiert, als Diane Hayes, die oft und gern lachte, bei den Worten des Oberstleutnants aus dem Sessel auffuhr und heftig entgegnete: „Da auf meiner Station, vor dem Start kaum etwas zu tun war, habe ich dem Major bei seinen umfassenden Systemchecks geholfen! Erst kurz, bevor Sie hereinkamen, wurden wir fertig, und der Major erzählte mir eine Anekdote aus seiner Jugendzeit!“ Sie blitzte ihn mit ihren grünblauen Augen gefährlich an, bis sie bemerkte, dass seine Mundwinkel verdächtig zu zucken begannen. „Sie sollten wissen, dass ich Eigeninitiative befürworte, Diane“, schmunzelte Leon Kuehn. „Und ich wäre enttäuscht von Ihnen gewesen, wenn sie dem Major nicht bei seinen Checks zur Hand gegangen wären.“ Er weidete sich noch einen Moment lang an ihrem Gesichtsausdruck und an der leichten Röte, die ihre Wangen überflog, bevor er sich abwandte und die Station verließ, nachdem der Major, hinter dem Rücken der jungen Britin eine Geste mit der Hand gemacht hatte, die ihm bestätigte, dass bei Poggy alles in Ordnung war. Er stieg ein weiteres Deck hinab, wo sich die Krankenstation befand und verharrte kurz, bevor er sich dazu entschloss, zuerst den Maschinenraum, ein weiteres Deck tiefer, aufzusuchen. Professor Manu Deveraux und der Leitende Ingenieur, Ramon De Riviera-Cortez, schienen ihre Systemchecks ebenfalls beendet zu haben, denn als Leon Kuehn ihre Station betrat, führten beide eine erregte Debatte über den Sinn oder Unsinn der überlichtschnellen Raumfahrt. „...kann ich nicht verstehen, was Sie am anderen Ende der Galaxis wollen, Ramon!“ rief Manu Deveraux gerade erregt aus und fuchtelte wild mit den Armen durch die Luft. „Die terranischen Steuerzahler werden ohnehin schon genug vom Finanzamt geschröpft, und den Stein der Weisen werden wir dort auch nicht finden, mein Wort drauf!“ „Dann verstehe ich nicht, warum Sie überhaupt an dieser Mission teilnehmen“, konterte der hochgewachsene Spanier ruhig. Seine fast schwarzen Augen funkelten belustigt, während er darauf wartete, dass der beleibte Atomphysiker explodierte. Doch zu seiner Überraschung erwiderte Manu Deveraux, mit seltsamer, absolut untypischer Ruhe: „Weil es immerhin sein könnte, dass ich mich irre.“ Leon Kuehn machte sich bemerkbar, indem er ironisch bemerkte: „Ein Irrtum? Von Ihnen Manu? Na, hören Sie mal, das ist ja ganz was Neues!“ „Sie haben mir gerade noch gefehlt!“ sagte Manu unnötig laut, und erkundigte sich dann spitzfindig: „Sind Sie gekommen, um mir auf den Wecker zu fallen, oder möchten Sie dienstlich mit mir reden?“ „Eigentlich komme ich dienstlich, aber Sie bringen mich da gerade auf eine gute Idee“, versetzte Kuehn trocken und erntete dafür einen giftigen Blick des Belgiers. Der Kommandant ging schmunzelnd darüber hinweg und erkundigte sich: „Sind Sie mit den Ergebnissen der Triebwerkssimulationen zufrieden, meine Herren?“ „Hochzufrieden!“ antwortete der Leitende Ingenieur und wurde übergangslos wieder ernst. „Alle Parameter liegen im Sollbereich. Von uns aus, kann es losgehen, Leon. Ich brenne darauf, zu erfahren, was unser Parakonverter wirklich kann.“ „Hoffentlich wünschen Sie uns damit nicht zum Teufel!“ unkte Deveraux polternd und übersah geflissentlich die schmunzelnden Mienen der beiden anderen Männer. Leon Kuehn verabschiedete sich von den beiden Männern und bekam noch mit, dass Ramon De Riviera-Cortez sich bei Deveraux beschwerte, weil er immer wieder schwarzmalen musste. Gutgelaunt stieg er die enge Wendeltreppe hinauf - ein absoluter Anachronismus an Bord eines überlichtschnellen Raumschiffs. Aus Gründen der Vorsicht hatte man jedoch darauf verzichtet, einen Antigravlift zu installieren, was technisch keinerlei Probleme bereitet hätte. Ein Deck höher stieß er fast mit Akira Yamagushi zusammen, den er erst im letzten Moment bemerkte. Der japanische Bordarzt blickte den Kommandanten, mit undurchdringlicher Miene an und erklärte: „Ich war gerade auf dem Weg zur Zentrale, um mich persönlich nach Anjas und Ihrem Befinden zu erkundigen.“ „Danke, Doc, uns geht es ausgezeichnet.“ Kuehn blickte Akira Yamagushi einen Moment lang überlegend an, bevor er unvermittelt fragte: „Kennen Sie übrigens die Geschichte, vom Stein der Weisen, Akira?“ Der Japaner ließ sich nicht anmerken, was er von dieser Frage hielt, sondern antwortete lediglich: „Sie meinen die Sage von König Midas, nehme ich an. Soweit ich informiert bin, hat dieser Stein, alles was er berührte in Gold verwandelt. Warum fragen Sie danach?“ „War nur so ein Gedanke“, meinte Kuehn ablenkend, wobei er unmerklich schmunzelte und Anstalten machte, seinen Weg fortzusetzen. Akira Yamagushi sah ihm eine Weile hinterher, als er ging und nahm sich insgeheim vor, den Kommandanten, so bald es sich einrichten ließ, einem Neuroscan zu unterziehen. Als Kuehn die Zentrale erreichte, fand er Anja Romanowa in entspannter Haltung in ihrem Sessel sitzend vor. Als er eintrat blickte sie zu ihm auf und sagte leise: „Wir können uns erhaben fühlen, über das erdgebundene Dasein. Schon bald werden wir die ersten Menschen sein, die das heimatliche Sonnensystem verlassen und zu anderen Sternensystemen vordringen. Eines Tages, werden wir unseren Kindern und Enkeln davon erzählen, Leon, und sie werden uns mit großen, glänzenden Augen zuhören.“ Der Kommandant erwiderte nichts darauf, sondern lächelte der Navigatorin lediglich zu. Er weigerte sich, vorzeitig in Euphorie zu verfallen. Noch waren sie nicht da. Vor ihnen lag nicht ein relativ einfacher Flug durch das Sonnensystem, sondern die erste interstellare Mission der Menschheit.
* * *
Pünktlich, auf die Sekunde, hob die RISING-STAR vom Platzbelag des Raumhafens ab und erhob sich, majestätisch langsam in den, fast wolkenlosen, Himmel über der Zentralsahara. Empfindliche Gyroskopsteuerdüsen traten dabei in Tätigkeit und verhinderten ein Zur-Seite-neigen, des noch nahezu fahrtlosen Raumschiffs. Dann beschleunigte die RISING-STAR immer mehr und jagte, nur eine Minuten später, durch die oberen Luftschichten, ihrem Element entgegen. In der Zentrale saß Leon Kuehn angespannt an seinem Platz und überflog die Steuerkontrollen, doch keine der roten Warnleuchten flammte auf. Alle Kontrollinstrumente leuchteten in einem beruhigendem Grün. Erst als sie die oberen Schichten der Erdatmosphäre hinter sich gelassen hatten entspannte sich der Kommandant und beschleunigte die RISING-STAR mit Vollschub. Auf dem Bildschirm, der den Heckausschnitt zeigte, machte die Erde förmlich einen Satz nach hinten und wurde schnell zu einem Stern erster Größe. „Geben Sie mir einen knappen Statusbericht, Anja“, sagte Leon Kuehn, ohne von seinen Kontrollen aufzublicken. So schnell, als habe sie nur auf eine solche Anweisung gewartet, antwortete die Navigatorin: „Entfernung zur Erde: Fünf Millionen Kilometer; Automatische Grobumlenkung um 37 Grad Rot und -12,7 Grad Theta ist bereits erfolgt. Beschleunigung: Konstant 100km/sec². Abweichung vom vorprogrammierten Kurs: 0,002% - wird augenblicklich von der Navigationsautomatik korrigiert!“ „Danke, Anja!“ Kuehn blickte kurz zum taktischen Display, auf dem zu erkennen war, dass die RISING-STAR sich, relativ zur Ekliptik der Erde, schräg nach oben aus dem Sonnensystem entfernte. Danach nahm er die einlaufenden Klarmeldungen der anderen Stationen entgegen. Bereits dreißig Minuten später hatten sie halbe Lichtgeschwindigkeit erreicht, und der Kommandant gab über Interkom durch, dass sie in Kürze, den neuen Antrieb zuschalten würden. Er blickte kurz zur Seite und für einen Moment kreuzten sich seine Blicke und die, der Navigatorin. „Hoffen wir, dass sich unsere Ingenieure keinen Denkfehler geleistet haben“, meinte er trocken und lächelte ironisch, während sich seine Hände den Überlichtkontrollen näherten. „Falls doch haben wir immerhin die ganz große Chance, für immer zu verschwinden“, ergänzte Anja Romanowa im gleichen Tonfall und Kuehn schmunzelte unmerklich. Ihm gefiel, dass die Navigatorin anscheinend einen ähnlichen Humor besaß, wie er selbst. Dann wurde er wieder ernst und konzentrierte sich auf seine Instrumente und Kontrollen. Er stellte eine Sprechverbindung zum Maschinenraum her und blickte auf den kleinen Bildschirm, auf dem das Gesicht des belgischen Atomphysikers sichtbar wurde. „Manu, bitte bleiben Sie ab jetzt permanent auf Empfang und unterrichten sie mich bei der kleinsten Abweichung von den Toleranzwerten.“ „Wenn Sie ihre Arbeit nur halb so gut machen, wie ich meine, dann werden wir keine Probleme haben!“ polterte der Professor spitzfindig und machte ein giftiges Gesicht. Wer den Professor weniger gut kannte, als der Kommandant, wäre vermutlich explodiert, bei diesem Umgangston. An Bord der RISING-STAR jedoch wäre man sehr erstaunt gewesen, hätte er sich anders verhalten, als in diesem Augenblick. Genies, wie den Atomphysiker, musste man nehmen wie sie waren; alles andere hatte gar keinen Sinn. „Okay, Manu, dann halten Sie ihren Hut fest. In zehn Sekunden geht es los!“ Leon Kuehn zählte, in Gedanken, die letzten Sekunden wie einen Countdown herunter und aktivierte entschlossen den Parakonverter. Tief unter ihm steigerte sich, das leise Summen um eine halbe Oktave, als der Parakonverter seine Arbeit aufnahm. Instinktiv spannte sich der Körper des Kommandanten als erwarte er irgend einen Übergang, doch alles schien so zu bleiben wie bisher. Lediglich ein Blick auf die Bildschirme der Außenbeobachtung, und die Anzeigen der Überlichtkontrollen bestätigte ihm, dass sie sich nicht mehr im Normaluniversum befanden. Die Sterne waren verschwunden und ein düsterrotes Glühen war zu sehen, das nur in Flugrichtung etwas schwächer zu werden schien. Bei näherem Hinsehen erkannte der Kommandant ein etwas helleres, filigranes Netzmuster, welches in ständiger Bewegung zu sein schien. Kuehn steigerte nun konstant die Geschwindigkeit, bis die Geschwindigkeitsanzeige RISING-STAR, den Überlichtfaktor 40.000 erreicht hatte. Der Oberstleutnant hatte beschlossen, in drei Etappen Barnards Stern anzufliegen, und er wollte den Parakonverter erst bei der letzten zu einhundert Prozent belasten. Er wandte sich wieder der Aufnahmeoptik des Interkoms zu und sagte ruhig: „Geben Sie mir bitte einen Zwischenbericht, Professor.“ Auf sein üblich polterndes Gehabe verzichtend antwortete Manu Deveraux sachlich: „Die Energieaufnahme des Parakonverters liegt etwa zwei Prozent höher, als erwartet, was aber daran liegt, dass wir die Feldprojektoren noch nicht endgültig aufeinander einjustieren konnten. Ramon und ich werden einige Minuten dafür brauchen. Danach, darauf gebe ich Ihnen mein Wort, wird der Wert den exakten Vorgaben entsprechen. Ansonsten sind alle Antriebswerte, schon fast beängstigend nah, am Optimum.“ Er überflog kurz die Maschinenkontrollen und verfiel wieder in seine gewohnte Art, als er stechend in die Aufnahmeoptik blickte um sich unnötig laut zu erkundigen: „Verraten Sie mir mal, warum wir, mit nur 40.000 Sachen, durch die Gegend schleichen!“ Leon Kuehn grinste offen, und wollte zu einer Entgegnung ansetzen, als ihn Anja Romanowas Stimme jäh herumfahren ließ. „Die RISING-STAR weicht, über die Grünkoordinate vom vorprogrammierten Kurs ab, Leon! Abweichung bereits fünf Prozent und steigend!“ „Verstanden, Anja“, erwiderte der Kommandant mit geradezu unnatürlicher Ruhe. „Ich übernehme die RISING-STAR und gehe auf Handsteuerung!“ Seine Finger huschten, in schneller Folge, über die Sensortasten der Steuerkonsole. Dann fragte er: „Wie ist unser momentaner Kurs jetzt, Anja?“ Die Stimme der Navigatorin klirrte wie Eis, als sie erwiderte: „Abweichung besteht weiterhin und wächst.“ Es dauerte nur einen Sekundenbruchteil, bis Kuehn entschied: „Ich schalte den Parakonverter ab, bevor wir Sonstwo landen.“ Er nahm die entsprechenden Schaltungen vor und blickte zum Bildschirm der Außenbeobachtung. Eine eisige Hand schien nach seinem Herzen zu greifen, als er, statt der Schwärze des Weltalls, mit seinen Myriaden Sternen, weiterhin das düsterrote Wabbern des Paradimfeldes sah. Im Maschinenraum blickte Professor Deveraux überrascht auf die zurückfahrenden Maschinenkontrollen des Parakonverters, danach auf den kleinen Bildschirm des Interkoms und fragte endlich laut: „Was, zum Teufel ist den bei Ihnen da oben los, Leon? Warum haben Sie den Parakonverter deaktiviert?“ Kuehns Miene schien zu erstarren, als er mit rauer Stimme fragte: „Was sagen Sie da?“ „Rede ich Hebräisch, oder sind Sie taub!“ polterte der Beleibte. „Ich fragte, warum...“ „Später Professor!“ fuhr Kuehn ihm in die Parade. Gleich darauf wurde der kleine Bildschirm dunkel. Der Kommandant hatte abgeschaltet. Einen Moment lang verschlug es dem Atomphysiker die Sprache, bevor er erbost ausrief: „Na, der kann was erleben!“ Mit einer Geschwindigkeit, die Ramon De Riviera-Cortez dem Belgier niemals zugetraut hätte, wuchtete der Professor seinen massigen Körper aus dem Sessel und verschwand auf dem Gang. Über die enge Wendeltreppe fluchend stieg er, so schnell er konnte nach oben und stürmte schnaufend in die Zentrale. Als wäre er vor ein unsichtbares Hindernis geprallt, blieb er wie angewurzelt stehen, als sein Blick auf den Hauptbildschirm fiel. Er vergaß augenblicklich was er Kuehn verbal an den Kopf werfen wollte und meinte fassungslos: „Das ist doch völlig unmöglich! Nein, das ist verrückt! Der Parakonverter ist doch abgeschaltet!“ Der Beleibte blickte zu Leon Kuehn. „Wie ist so etwas möglich?“ „Fragen Sie mich nicht, Manu, oder ich muss Ihnen eine, nach Wahnsinn klingende, Antwort geben“, erwiderte Kuehn tonlos. Er wandte sich zur Navigatorin, deren schlanke Finger fieberhaft über die Sensorfelder ihrer Kontrollen huschten. Als sie zu den beiden Männern aufblickte lag ein ungläubiger Zug auf ihrem Gesicht. „Unser Kurs hat sich stabilisiert“, sagte sie mit brüchiger Stimme. „Wir halten genau auf das Sirius-System zu. Die Geschwindigkeit der RISING-STAR hat sich dabei auf den Faktor 100.000 Überlicht gesteigert.“ Sprachlos starrten die beiden Männer die Weißrussin an, bis Leon Kuehn zuerst die Sprache wiederfand und zu Deveraux gewandt sagte: „Auch auf die Gefahr hin, dass Sie mich für übergeschnappt halten, Manu, aber das ganze sieht nicht nach einem natürlichen Phänomen aus.“ „Was denn? Wollen Sie damit etwa behaupten, dass jemand d´ran gedreht hat?“ schnappte der Professor. „Aber das ist doch...“ „Unmöglich?“ fragte Kuehn in die entstehende Pause und deutete auf die Bildschirme. „Dann erklären Sie mir das einmal! Wenn unser Kurswechsel nicht mit einer so merkwürdigen Präzision erfolgt wäre, dann würde ich Ihnen durchaus beipflichten, Manu, aber dass wir, nach unserem unfreiwilligen Kurswechsel, genau auf ein anderes Sonnensystem zuhalten, kann kaum ein Zufall sein.“ Manu Deveraux atmete schnaufend durch, bevor er, seltsam leise zugab: „Es passt mir nicht, aber Ihre Argumente sind durchaus stichhaltig. Vielleicht erfahren wir im Sirius-System, was gespielt wird.“ „Ihre Worte in Gottes Ohr“, nickte Kuehn. „Begeben Sie sich bitte wieder auf Ihre Manöverstation, Manu. Ich möchte vorbereitet sein, wenn wir dort ankommen.“ Er sah dem Beleibten hinterher und fügte in Gedanken hinzu: Falls wir dort ankommen! Anja Romanowa, die den Ausführungen der beiden Männer atemlos zugehört hatte, fand erst die Sprache wieder, als Manu Deveraux gegangen war. Was Leon Kuehn eben mit knappen Worten angedeutet hatte, war so ungeheuerlich, dass sie eine Weile brauchte um sie in voller Konsequenz zu erfassen; und sie fragte sich insgeheim, wie der Kommandant und Deveraux es geschafft hatten, sich so ruhig darüber zu unterhalten, als würden sie über das Wetter reden. „Wenn Ihre Vermutungen stimmen, dann würde das bedeuten, dass es dort draußen, eine uns technisch weit überlegene Lebensform gibt!“ stieß die Navigatorin schließlich atemlos hervor. „Mein Gott, Leon, wenn das stimmt, was werden sie mit uns machen?“ Leon Kuehn blickte Anja Romanowa an und legte einen beruhigenden Tonfall in seine Stimme, als er entgegnete: „Ich weiß es nicht, Anja, aber wenn sie wirklich so hoch entwickelt sind, wie es den Anschein hat, dann darf man zurecht hoffen, dass ihre Ethik sich auf einem ebenso hohen Niveau befindet, wie ihre Technik. Abgesehen davon haben wir keine Alternative, als abzuwarten und zu sehen, was uns am Ziel unserer Reise erwartet.“ Anja Romanowa blickte direkt in die Augen des Kommandanten, und für einen kurzen Augenblick spürte sie seine unheimliche Selbstsicherheit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sie merkte, wie seine Ruhe auf sie übersprang und eine Welle der Sympathie, für diesen Mann, keimte in ihr auf. Sich langsam wieder beruhigend verzogen sich ihre Lippen schließlich zu einem unmerklichen Lächeln. „Sie haben Recht, Leon. Warten wir es ab.“
* * *
Leon Kuehn, der mittels Interkom auch den Rest der Crew informiert hatte, was geschehen war, blickte, ebenso wie Anja Romanowa, gebannt auf die Bildschirme, als die RISING-STAR, eine Stunde später, plötzlich ins Normaluniversum zurück fiel. Ein kurzer Versuch, das Raumschiff auf einen anderen Kurs zu bringen hatte ergeben, dass sich die RISING-STAR noch immer unter fremder Kontrolle befand. Gleich darauf erhellte sich der Interkombildschirm und Major Frank Poggensees Gesicht zeichnete sich darauf ab. „Die Ortungsgeräte haben fünf Planeten ausgemacht“, meldete der Major ohne Einleitung. „Der erste, vierte und fünfte befinden sich, von unserer momentanen Position gesehen hinter dem Doppelstern. Der dritte steht weiter links. So wie es aussieht, halten wir direkt auf den zweiten Planeten zu. Seine mittlere Bahnentfernung zu den beiden Sonnen beträgt knapp zwei Astronomische Einheiten. Mit einem Durchmesser von 13.243 Kilometern ist er etwas größer, als unsere gute alte Erde; wobei seine Dichte nahezu identische Werte aufweist. Zur Zeit sind wir noch etwa 120.000 Kilometer von ihm entfernt.“ „Danke, Poggy!“ erwiderte Kuehn. „Was sagt die Energieortung?“ „Von der Oberfläche geht ein gebündelter Richtstrahl aus, in dessem Zentrum wir uns befinden. Ich bekomme zwar keine genauen Werte, und ich habe ein solches Muster noch nie zuvor gesehen, aber wenn du mich fragst handelt es sich um den Leitstrahl, der das Schiff festhält und mit dem wir wahrscheinlich zur Oberfläche gelenkt werden.“ „Du glaubst, es handelt sich um eine Art Traktorstrahl?“ Frank Poggensee nickte knapp. „Sieht ganz so aus. Wer uns aus dem Pararaum hierher entführen kann, dem kann man eine solche Technik durchaus zutrauen.“ Der Oberstleutnant machte eine zustimmende Geste. „Okay, Poggy, sage mir Bescheid, wenn wir uns der Oberfläche des Planeten, bis auf zwanzigtausend Meter genähert haben.“ Der Major bestätigte und schaltete den Interkom ab. Auf den Bildschirmen beobachtete Kuehn, wie sie sich dem zweiten Planeten des Sirius-Systems weiter annäherten. Er schaltete die Vergrößerung soweit herauf, dass der Planet fast den gesamten Bildschirm ausfüllte. Bereits jetzt war klar zu erkennen, dass er eine Atmosphäre besaß, denn ausgedehnte, weiße Wolkenfelder verdeckten einen Teil der grün-braun gesprenkelten Oberfläche; und tiefblaue Flächen wiesen darauf hin, dass es ebenfalls, wie auf der Erde, größere Wasserflächen gab. Je mehr sie sich dem Planeten näherten, desto größer wurde die äußere Ähnlichkeit mit Terra. Als sie in die oberen Luftschichten des Planeten eindrangen, konnte er zwei riesige, fremdartig geformte Kontinente erkennen, die sich langsam unter dem Raumschiff hinweg drehten; dichte, grüne Wälder, Ströme und Ozeane. Wenig später entdeckte Kuehn eine riesige Stadt, deren Zentrum sie sich zu nähern schienen. Direkt unter dem Raumschiff lag eine gewaltige, künstliche Ebene und der Kommandant erkannte fast augenblicklich wozu sie diente. „Sieht so aus, als nähern wir uns dem Ziel unserer Reise“, meinte er und blickte zur Navigatorin hinüber. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass eine außerirdische Lebensform für die Kursabweichung der RISING-STAR verantwortlich war, hier hatte man ihn vor Augen. Je tiefer das irdische Raumschiff sank, desto deutlicher konnte man erkennen, dass die gewaltige Stadt, mit Grünflächen und großzügig angelegten Parks durchzogen war. Trotz ihrer Fremdartigkeit, wirkte die Architektur mancher Gebäude seltsam vertraut und harmonierte auf nicht zu erklärende Weise mit der umgebenden Natur. „Diese Stadt wirkt eher wie ein Traum als wie ein Albtraum“, bemerkte Anja Romanowa leise und sprach damit die Gedanken des Kommandanten aus. Kuehn nickte gedankenverloren und wandte sich dem Interkombildschirm zu, als Frank Poggensee meldete, dass die RISING-STAR die Höhe von zwanzigtausend Metern unterschritt. Kuehn dankte und sendete das Erkennungssignal der RISING-STAR. Dass er damit einen Prozess in Gang setzte, der über zehntausend irdische Jahre darauf gewartet hatte aktiviert zu werden, ahnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
* * *
Das gewaltige, biopositronische Kommandogehirn wartete geduldig. Roboter kannten keine Ungeduld. Für den gewaltigen Automaten war eine Sekunde genauso lang wie ein Tag, oder wie zehntausend Jahre. Es besaß keinerlei Zeitempfinden. Deshalb befolgte es seine letzten Befehle, als wären sie eben erst eingegeben worden, als der Funkimpuls der RISING-STAR von den empfindlichen Empfängern des Überwachungssektors empfangen wurde. Innerhalb weniger Sekunden erwachte die Kommandopositronik zu voller Aktivität, prüfte die einlaufenden Daten, schaltete von Phase Rot, um zu Phase Gelb und gab dann den Impuls zur Steuerautomatik der Kampfroboter weiter. Einhundert Einheiten wurden daraufhin, aus den unterirdischen Magazinen zur Oberfläche des Planeten in Marsch gesetzt, während das Kommandogehirn auf weitere Daten wartete...
* * *
Vor wenigen Augenblicken hatte die RISING-STAR, sanft am Rand des gewaltigen Raumhafens aufgesetzt. Anja Romanowa, die sich noch immer darüber wunderte, wie schnell sie sich mit der Tatsache abgefunden hatte, dass die Menschheit nicht die einzige intelligente Lebensform im Universum war, blickte kurz zum Kommandanten auf und sagte: „Ich schalte alle Systeme auf Stand-By und programmiere einen Fluchtkurs, falls wir hier ganz schnell - “ „Negativ, Anja!“ unterbrach der Oberstleutnant die Navigatorin. „Schalten Sie alle Systeme, bis auf die Außenbeobachtung, komplett ab. Keinen Fluchtkurs programmieren!“ Die Weißrussin blickte Leon Kuehn ungläubig an, ohne seine Anweisung auszuführen und erwiderte ernst: „Diese Entscheidung halte ich nicht für gut, Leon!“ „Diese Entscheidung können Sie für gut, oder für schlecht halten, Anja, hier erteile ich Order!“ wies Kuehn sie, um eine Nuance schärfer zurecht. „Und wenn Sie Probleme damit haben, Befehle zu befolgen, dann sollten wir das jetzt sofort klären!“ Die Weißrussin blickte den Oberstleutnant verblüfft an und biss die Zähne aufeinander. Mit einer so scharfen Zurechtweisung hatte sie nicht gerechnet. „Aye, Sir!“ erwiderte sie kühl, wobei ihre Augen seltsam funkelten und machte sich abrupt daran seine Anweisungen auszuführen. Leon Kuehn atmete tief durch und wollte etwas sagen, um seine vorangegangenen Worte etwas zu mildern, doch er kam nicht dazu, weil in diesem Moment der Interkom aktiviert wurde, und das Gesicht der jungen Geologin auf dem Bildschirm sichtbar wurde. Ihrer Miene war deutlich anzusehen, dass sie etwas Außergewöhnliches zu berichten hatte. „Leon, ich habe die Atmosphäre des Planeten analysiert“, begann sie mit zitternder Stimme. „Die Ergebnisse sind absolut verrückt.“ Der Oberstleutnant blickte auf den Bildschirm und hob fragend die Augenbrauen. „Wie meinen Sie das, Diane?“ „Ich weiß, dass es sich unglaubwürdig anhört, aber ich habe die Analyse zweimal kontrolliert und ein Fehler ist ausgeschlossen. Die Atmosphäre dieses Planeten ist absolut keimfrei.“ Leon Kuehn sog hörbar die Luft ein und fragte: „Wie ist denn so etwas möglich?“ Die junge Geologin lachte verzweifelt auf. „Überhaupt nicht, Leon. Eine solche Sterilität der Atmosphäre ist keinesfalls natürlichen Ursprungs. Die logische Schlussfolgerung lautet: Jemand, oder Etwas, hat diese Atmosphäre sterilisiert und tut dies noch immer. Abgesehen davon setzt sich die Atmosphäre des Planeten aus 77% Stickstoff, 22% Sauerstoff, 0,9% Helium und Spuren verschiedener Edelgase zusammen, das bedeutet, wir können uns ohne Schutzanzüge auf der Oberfläche des Planeten bewegen, was bei einer Schwerkraft von 1,12 Gravos durchaus zu begrüßen ist. Die mittlere Temperatur liegt bei 25 Grad Celsius. Da die Achsenneigung des Planeten, relativ zur Ekliptik weniger als drei Grad beträgt, gibt es keine großen Klimaschwankungen. Die Eigenrotation beträgt 27,3 Stunden. Da unser Landepunkt weniger als zweitausend Kilometer vom Äquator entfernt ist, befinden wir uns in einer Zone mit subtropischem Klima.“ Kuehn nickte in Richtung der Bildaufnahme und wartete, bis der Bildschirm der Interkomanlage erloschen war, bevor er sich zu Anja Romanowa umwandte, die mürrisch auf ihre Instrumente starrte. Er atmete tief durch und sagte dann, mit sanftem Tonfall: „Es tut mir leid, dass ich Sie eben so angefahren habe, Anja, und ich möchte mich dafür entschuldigen.“ Die Navigatorin blickte zu ihm herüber. Als sie keine Anstalten machte, etwas zu erwidern, sah Kuehn sie eindringlich an und erklärte: „Es liegt mir viel daran, dass Sie meine Beweggründe verstehen, und warum ich auf jegliche Fluchtmöglichkeit verzichte, Anja. Hier, auf diesem Planeten bietet sich uns die vielleicht einmalige Gelegenheit, in der technologischen Entwicklung einen Sprung von Jahrtausenden zu machen. Ein Fluchtversuch könnte durchaus negativ bewertet werden, falls man uns beobachtet. Außerdem glaube ich nicht, dass wir gegen den Willen unserer unbekannten Gastgeber auch nur einen Meter in die Luft kämen. Aber selbst wenn es möglich wäre, würde ich nicht einfach davonfliegen, ohne mich vorher gründlich umzusehen.“ Anja Romanowa hatte Mühe, dem eindringlichen Blick des Oberstleutnants standzuhalten, als ihr bewusst wurde, wieviel weiter er gedacht hatte, und sie fühlte sich plötzlich unbehaglich in ihrer Haut. Sie schlug die Augen nieder, als sie leise sagte: „Sie müssen mich für eine ziemlich alberne Gans halten, wegen der blöden Vorgesetztenmasche, von vorhin.“ Leon Kuehn lächelte nachsichtig und schüttelte langsam den Kopf. "Nein, Anja, ich halte sie für einen fähigen, pflichtbewussten Offizier. Und dass Sie keine Angst davor haben, ihrem Vorgesetzten aufs Dach zu steigen, imponiert mir.“ Anja Romanowa blickte den Oberstleutnant wieder an und nickte dankbar. Sie war froh, dass der Kommandant nicht ahnte, welches Gefühlschaos im Moment in ihr tobte. Insgeheim fragte sie sich, wie es sein konnte, dass ein Mensch, den sie erst so kurze Zeit kannte, so etwas in ihr auszulösen vermochte, zumal sie sich, im allgemeinen nicht so schnell von anderen Menschen beeindrucken ließ. Fast hätte sie gelacht, als sie der Gedanke durchzuckte, warum ein Mann, wie Leon Kuehn, nicht längst verheiratet war. Der Oberstleutnant riss die Navigatorin aus ihren abschweifenden Gedanken, indem er ruhig, aber mit merkwürdiger Betonung, sagte: „Ich glaube, wir bekommen Besuch!“ Anja Romanowa wandte ihren Blick zu dem Bildschirm, auf den der Oberstleutnant deutete und erkannte gleich darauf, was er mit seinen Worten gemeint hatte. Von den Randgebäuden des Raumhafens näherte sich eine große Zahl von diskusförmigen Maschinen der RISING-STAR, an deren Polen kuppelförmige Erhebungen zu erkennen waren, aus denen handlange Spiralläufe hervor wuchsen. Es gehörte nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass es sich dabei um fremdartige Waffensysteme handelte. Sie schätzte die Anzahl der zirka einen Meter durchmessenden Maschinen, die einen doppelten Kordon um die RISING-STAR bildeten, auf etwa einhundert. „Die scheinen sich auf keinerlei Risiko einzulassen“, meinte die Weißrussin tonlos. „Zweifellos werden diese Roboter, beim technologischen Entwicklungsstand ihrer unbekannten Erbauer, die Kampfkraft einer terranischen Elitedivision haben.“ Leon Kuehn nickte knapp. „Ich schließe mich Ihrer Meinung an, Anja. Allein der Gedanke daran, welches Wissen und Können dazu nötig ist, Antigravaggregate so kompakt herzustellen, dass man sie in diese Roboter einbauen kann, ist einfach faszinierend. Ich wüsste zu gerne, wie jene Wesen ausgesehen haben. Abgesehen davon halte ich das Manöver der Roboter nicht unbedingt für einen feindseligen Akt, sondern eher für eine reine Vorsichtsmaßnahme. Wir würden wohl genauso handeln, wenn ein unbekanntes Raumschiff auf der Erde landen würde.“ Der Oberstleutnant schaltete die Interkomanlage auf Ringsendung, informierte die Besatzung von der aktuellen Lage und gab den Befehl an alle, sich in der Hauptschleuse der RISING-STAR einzufinden. Als er abschaltete und sich zu Anja Romanowa umsah, sagte diese: „Sie unterstellen unseren unbekannten Gastgebern menschliche Beweggründe, Leon. Vielleicht ist das ein Fehler.“ „Ja, vielleicht“, gab Kuehn nachdenklich zu. „Ich bin mir jedoch, nach wie vor, sicher, dass unser Leben nicht in unmittelbarer Gefahr ist, denn man wird sich kaum die ganze Mühe mit uns machen, nur um uns dann ohne Vorwarnung zu erschießen.“ „Das möchte ich gerne glauben, aber wer weiß, auf welche absurden Ideen Außerirdische kommen?“ Der Kommandant grinste schief und meinte dann: „Gehen wir zur Hauptschleuse, Anja. Theoretische Betrachtungen und Mutmaßungen führen zu nichts. Nur wenn es uns gelingt Kontakt zu jenen Wesen aufzunehmen, die uns hier her geholt haben, wird es uns gelingen, konkrete Antworten auf unsere Fragen zu erhalten.“ Als sie in der Hauptschleuse der RISING-STAR ankamen, waren alle anderen bereits dort versammelt. „Ich wollte, wir hätten Waffen dabei“, murmelte Ramon De Riviera-Cortez vor sich hin, während Leon Kuehn die Kontrollen des Schotts betätigte. Frank Poggensee, der seine Worte trotzdem mitbekam, raunte ihm leise zu: „Das wäre aber ein übler erster Gruß der Menschheit. Eines intelligenten Wesens absolut unwürdig.“ Der Ingenieur blickte den Major überrascht an, und schwieg betroffen, obwohl Poggensee so leise gesprochen hatte, dass kein Dritter seine Worte hatte hören können. Leon Kuehn, der von dieser kleinen Szene nichts mitbekommen hatte, schritt als Erster die automatisch ausgefahrene Rampe hinunter. Manu Deveraux, der ihm auf dem Fuß folgte, knurrte missvergnügt: „Wenn diese komischen, diskusförmigen Blecheimer etwas gegen uns haben, dann: Gute Nacht!“ Gerade so, als wären die Worte des Professors das Stichwort gewesen, setzten sich die schwebenden Maschinen in Bewegung und rasten, in vollendeter Formation, in jene Richtung zurück, aus der sie zuvor gekommen waren. „Na, was soll das jetzt wieder heißen!“ grollte der Professor und warf dabei seine rechte Hand in die Luft. „Erst umstellen diese Blechheinis unser Raumschiff, und kaum, dass wir aussteigen, verschwinden sie wieder, so mir-nichts-dir-nichts...“ Kuehn blickte sich zu dem Professor um und entgegnete ironisch: „Ihnen wäre es wohl lieber gewesen, wenn die Roboter das Feuer auf uns eröffnet hätten, nur damit Sie wissen, woran Sie sind. Wenn Sie das Gefühl haben, dass man Sie betrogen hat, dann können Sie den Robotern ja folgen und sich bei ihnen beschweren.“ Manu Deveraux schaute den Oberstleutnant verblüfft an und verzichtete auf eine Entgegnung, was die anderen dazu veranlasste, mehr oder weniger offen zu Grinsen. Kuehn hatte genau den richtigen Ton getroffen, um den Choleriker für eine Weile zum Schweigen zu bringen. Als sie den Bodenbelag des Raumhafens betraten, blieben sie stehen, schüttelten einander spontan die Hände und blickten sich dabei wortlos an. Ihnen allen wurde die Bedeutung des Augenblicks bewusst. Zum ersten Mal betraten Menschen der Erde, den Planeten eines anderen Sonnensystems. Kuehn, der bemerkte, dass seine Crew eine Reaktion von ihm erwartete, blickte in die Runde und ergriff das Wort. „Diesen Moment haben wir alle uns wohl ein wenig feierlicher vorgestellt, als wir von der Erde gestartet sind. Unsere Lage lässt uns jedoch keinerlei Raum für Sentimentalitäten. Wir müssen vordringlich herausfinden, wer uns hierher geholt hat, und aus welchem Grund man dies tat. Unser Primärziel liegt also darin, Kontakt zu jenen aufzunehmen, die uns hier festhalten. Ich schlage vor, wir fangen, mit unserer Suche, bei den Randgebäuden des Raumhafens an.“ Seine Begleiter stimmten zu und gemeinsam machten sie sich auf den Weg, einem unbekannten Schicksal entgegen, welches schon sehr bald Dimensionen annehmen sollte, von denen die sieben Terraner, in ihren kühnsten Träumen, nichts ahnten...
* * *
Die Kommandopositronik wertete die Daten, die von den ausgesandten Kampfeinheiten hereinkamen, aus und glich die Befehle, welche seine Erbauer ihm erteilt hatten, mit ihnen ab. Eine seiner Hauptdirektiven lautete: Alle nichtatlantaranischen Einheiten, im Umkreis von weniger als zehn Lichtjahren hierher zu holen und die Besatzung handlungsunfähig zu machen. Der gelandete Kegelraumer war eindeutig nichtatlantaranischen Ursprungs, jedoch hatten die optischen Daten der Kampfroboter ergeben, dass es sich, bei der Besatzung des Raumschiffs um Wesen der Prioritätsstufe-Alpha handelte, deren Gefangennahme nur von einem atlantaranischen Stützpunkt- oder Flottenkommandeur angeordnet werden durfte. Die Kommandopositronik prüfte die Daten ein zweites Mal, schaltete von Phase Gelb auf Phase Grün und hob umgehend die Sperre für Sonderschaltung Morgendämmerung auf. Als Folge davon jagte eine Kette von Kommandoimpulsen zu einer Spezialpositronik, die sich im Zentrum der „Halle der Schläfer“ befand und holte zwanzigtausend atlantaranische Elitesoldaten, nach über zehntausend Jahren irdischer Zeitrechnung, aus ihrem eisigen Schlaf zurück ins Leben...
* * *
Sieben Terraner schritten über einen breiten Boulevard, dem Zentrum des Stützpunktes entgegen, der sich dem Raumhafen anschloss. Die Verwaltungsgebäude hatten sie, vor einer halben Stunden hinter sich gelassen, nachdem sie dort auf keine Hinweise, auf die Erbauer gestoßen waren. Manu Deveraux, der neben Frank Poggensee ging, wischte sich mit der linken Hand über die schweißnasse Stirn und blickte zum fast makellos blauen Himmel hinauf, an dem sich nur ein paar kleine, weiße Quellwolken zeigten, die im Begriff waren, sich aufzulösen: „Eine verdammte Hitze ist das hier!“ Der Major grinste breit und erwiderte trocken: „Warten Sie erst einmal den Sommer ab. Da braten dicke Leute in ihrem eigenen Saft.“ „Na, Sie müssen es ja wissen!“ konterte der Professor laut und warf Poggensee einen giftigen Blick zu. Dann beschleunigte er seinen Schritt und schloss zu Kuehn auf. Prüfend blickte er den Oberstleutnant an und orakelte nachdenklich: „Die Vögel scheinen längst ausgeflogen zu sein, wie mir scheint. Jedenfalls lässt die Totenstille, die hier herrscht, darauf schließen.“ Leon Kuehn, der ähnlichen Gedanken nachhing, blickte den Professor fragend an und sagte langsam: „Sie vermuten also, dass wir von einer Automatik hierher geholt wurden?“ „Wäre nicht unmöglich, wenn ich bedenke, welches technische Wissen dazu gehört, uns aus dem Pararaum einzufangen und auf diesem Planeten abzusetzen, Leon. Vielleicht haben die unbekannten Erbauer dieser Stadt, den Planeten schon vor langer Zeit aufgegeben.“ „Das wäre durchaus denkbar“, erwiderte der Kommandant zweifelnd. „Ihre Ausführungen haben nur einen kleinen Schönheitsfehler: Warum sollten die Unbekannten ihre Maschinen eingeschaltet lassen, anstatt sie zu deaktivieren, oder dafür zu sorgen, dass sie nicht in falsche Hände geraten?“ „Jetzt machen Sie den Fehler, den Außerirdischen menschliche Regungen zu unterstellen.“ Kuehn nickte in Gedanken. „Ja, vielleicht Manu. Möglicherweise liegt das daran, dass die Einrichtung der Verwaltungsgebäude, kaum von der Einrichtung entsprechender terranischer Gebäude unterscheidet. Ist Ihnen das nicht auch aufgefallen?“ „Das kann Zufall sein!“ wandte der Professor sofort ein, war jedoch nicht ganz so überzeugt, wie er vorgab. Schweigend setzten sie ihren Weg fort und Leon Kuehn machte sich bewusst, dass der Professor recht hatte. Auch die fremdartige Architektur der Stadt gab keinerlei Hinweis darauf, wie die Erbauer ausgesehen haben mochten. Aber war nicht trotzdem alles mit einem Hauch Menschlichkeit verbunden? Ein Schauer lief über seinen Rücken bei diesem Gedanken. Sollte es sie im Sternenmeer der Galaxis noch einmal geben? Menschen wie sie? Seine Gefühle neigten zu dieser Annahme; sein nüchterner Verstand hingegen war voller Zweifel. Er kam nicht dazu, weitere Überlegungen in diese Richtung anzustellen, denn Anja Romanowa, die sich bisher einige Schritte hinter ihn, zu seiner Rechten, gehalten hatte, berührte ihn am Oberarm und deutete aufgeregt zu einem Gebäude, dass sich halb links von ihnen befand. „Sehen Sie doch!“ rief die Weissrussin aus. „Kommt Ihnen das nicht bekannt vor?“ Leon Kuehn und die Anderen blickten in die Richtung, in welche Anja Romanowa deutete und erkannten fast augenblicklich, was die junge Frau so in Aufregung versetzt hatte. Auf einem weitläufigen Platz, etwas abseits von den anderen Einrichtungen, erhob sich ein Gebäude von annähernd quadratischem Grundriss, dass alle anderen Bauwerke der Stadt überragte. Nach oben hin verjüngte es sich, zu einem Plateau, wobei es an zwei Stellen Stufen aufwies. Eine breite Treppe führte bis zum überdachten Plateau hinauf. „Eine Stufenpyramide, wie sie die Mayas gebaut haben“, sprach Akira Yamagushi aus, was alle anderen dachten. „Nur, dass sie nicht aus Stein erbaut wurde. Ob das Zufall ist?“ „Wenn wir wüssten, wie alt diese Stadt ist, könnten wir vielleicht mehr sagen“, mischte sich Diane Hayes in das Gespräch ein. „Angesichts der Tatsache, dass unser Sonnensystem, nach kosmischen Maßstäben, gleich nebenan liegt, glaube ich nicht an einen Zufall. Die Vermutung, dass es hier eine Verbindung gibt drängt sich mir förmlich auf.“ „Nichts weiter als Spekulationen!“ polterte Manu Deveraux. „Wir sollten lieber versuchen herauszufinden, welchem Zweck dieses Gebäude dient.“ Frank Poggensee hielt den Professor, der sich bereits in Marsch setzen wollte, am Oberarm zurück und deutete zu dem Gebäude hinüber, ohne auf den giftigen Blick des Beleibten zu achten. „Zumindest scheint das Gebäude wichtig genug zu sein, um den Eingang von vier Schweberobotern bewachen zu lassen.“ Auch den Übrigen fielen jetzt die vier Maschinen auf, die jenen glichen, welche zuvor die RISING-STAR umstellt hatten. Bisher hatte keines der anderen Gebäude irgend eine Bewachung aufgewiesen. Wenn es bei der Stufenpyramide anders war, musste es also einen Grund dafür geben. Manu Deveraux legte von einem Moment auf den anderen sein polterndes Gehabe ab. Nun war er ganz Wissenschaftler, der sich auf eine Aufgabe konzentrierte. Er wandte sich zu Kuehn um und fragte neugierig: „Was halten Sie davon, Leon? Wenn Sie mich fragen, sollten wir einen Versuch wagen, ins Innere der Pyramide zu gelangen.“ Leon Kuehn blickte den Professor zweifelnd an „Glauben Sie wirklich, dass wir dort Hinweise finden werden, wer diesen Planeten einst bewohnt hat?“ „Das ist gar nicht der Punkt“, konterte Manu Deveraux trocken. „Wir können jedoch ebenso gut dort mit unseren Nachforschungen beginnen, da wir ohnehin nicht wissen, wo wir anfangen sollen. Falls wir dort nichts erreichen, können wir uns immer noch dem Rest der Stadt zuwenden.“ Kuehn blickte seine Begleiter der Reihe nach an und entdeckte etwas in ihren Augen, dass er darin zuvor, so deutlich, noch niemals wahrgenommen hatte: VERTRAUEN! Sie vertrauten ihm, dem Kommandanten der ersten interstellaren Mission der Menschheit, und schoben ihm damit alle Verantwortung zu. Aber sie erdrückte ihn nicht, sondern gab ihm eine Weitsicht, die ihm, in dieser Intensität, neu war. Er nickte dem Professor zu und entschied: Also schön, Manu, versuchen wir es dort. Aber wir werden kein Risiko eingehen. Wenn die Roboter uns den Zutritt verweigern sollten, werden wir uns zurückziehen und es woanders versuchen.“ Sie setzten sich in Bewegung, und marschierten nebeneinander über den weiten Platz, auf die gewaltige Stufenpyramide zu. Als sie etwa die Hälfte des Weges zurückgelegt hatten, kam plötzlich Bewegung in die vier Wachroboter. Sie schwebten einige Meter zur Seite. Gleichzeitig öffneten sich die beiden Hälften des unteren Eingangsschotts und zwanzig humanoide Gestalten kamen herausgestürmt. In ihren Händen hielten sie längliche, metallisch wirkende, Gegenstände, die man ohne viel Phantasie für Waffen halten konnte. Unwillkürlich blieben die sieben terranischen Raumfahrer stehen und starrten verblüfft nach vorne. „Das... das sind ja Menschen!“ rief Diane Hayes aus und deutete aufgeregt auf die nachblau gekleideten Gestalten. „Aber das ist doch völlig...“ Weiter kam die junge Geologin nicht, denn im selben Moment brachten die nachtblau Gekleideten ihre Waffen in Anschlag und leuchtend blaue Strahlenbündel verließen die flimmernden Mündungen. Im nächsten Moment trafen sie die sieben Terraner, die augenblicklich das Bewusstsein verloren und zu Boden sanken. Doch das spürten sie schon nicht mehr...
Meine Homepage: RED UNIVERSE Star Trek - ICICLE Star Trek - BREAKABLE

|