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Hallo liebe STAR TREK Fans
Hier möchte ich zwei Episoden aus meinem dritten ICICLE Band vorstellen. Als registrierter User kannst du das PDF-File mit der kompletten Story ( 89 Seiten ) herunterladen.
Viel Spaß beim Lesen dieser kleinen Kostprobe ulimann644
1.
Alarmstufe: ROT
Logbuch der USS ICICLE Commander Pasqualina Mancharella Sternenzeit: 58684.7
Soeben wurde die Fast-Reaction-Force – eine aus zehn Schiffen bestehende Kampfgruppe des UNITY-ONE Komplexes, zu der in dieser Woche auch die U.S.S. ICICLE gehört – von Commander G´Kor, dem klingonischen Stellvertretenden Kommandanten der Station, alarmiert. Vor weniger als einer Minute war auf UNITY-ONE ein Notruf der U.S.S. LIGHTBRIGADE aus Sektor-1091 eingegangen, der von einer Attacke mehrerer Gornschiffe auf Captain Ronsfields Schiff berichtete. Ich habe sofort Rotalarm auslösen lassen. Lieutenant Singh-Badt hält Verbindung mit der U.S.S. KNIGHTFALL, dem derzeitigen Führungsschiff des FRF-Verbandes, und gibt soeben unsere Startbereitschaft durch. Captain Dheran, der vor einer knappen Stunde erst die Zentrale verlassen, und seine Kabine aufgesucht hatte, wurde bereits von mir alarmiert. Sobald der Captain der KNIGHTFALL den Befehl erteilt, werden wir in Alarmformation starten, um Captain Ronsfield und seiner Crew zur Hilfe zu eilen.
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„Aus dem Weg!“, brüllte Tar´Kyren Dheran, während er, im Sprintertempo, um die Gangecke zu Turbolift-2 hetzte. Ein junger bajoranischer Crewman konnte gerade noch zur Seite hechten, damit der Captain ihn nicht einfach überrannte. Noch bevor er richtig wusste wie ihm geschah, war Dheran bereits in der Liftkabine verschwunden, und der junge Bajoraner fragte sich, ob er das eben wirklich erlebt hatte. Währenddessen war der andorianische Captain bereits in der Kabine von Turbolift-2 verschwunden und auf dem Weg nach Deck 1. Auf der Brücke blickte der Steuermann, Lou-Thorben Ivarsson, zu Ensign Charall, der bolianischen Navigatorin, und meinte kopfschüttelnd: „Der Captain hat das Glück wirklich gepachtet - ausgerechnet wenn die ICICLE FRF-Dienst schiebt gibt es Alarm.“ Charall nickte nur bestätigend, wobei sie dem Norweger ein verhaltenes Lächeln schenkte, und aktivierte dabei den taktischen Bereich ihrer Konsole, der die Pulsphaser-Kontrollen beinhaltete. Da die Pulsphaser nur in Flugrichtung feuern konnten, unterstanden sie sinnvollerweise ihr, und nicht der Taktik. „Sie sagen es!“, stimmte Commander Mancharella zu und aktivierte ihren Kommunikator: Commander Mancharella an Commander Kunanga: Vollalarm für alle Jagdstaffeln. Melden Sie mir, wenn Sie einsatzbereit sind, Mancharella Ende.“ Sie wandte sich an Ensign Charall: „Navigator: Verankerung lösen.“ „Aye, Commander.“ Einen Moment später stürmte Captain Dheran auf die Brücke. Der muss geflogen sein dachte Pasqualina Mancharella flüchtig, als er sie erreichte. „Bericht“, verlangte er knapp. „Die LIGHTBRIGADE wurde von einem Gorn-Verband in Sektor-1091 attackiert und hat einen Notruf abgesetzt“, erklärte die Spanierin ruhig. „Commander G´Kor hat uns eben den Einsatzbefehl übermittelt.“ Der Andorianer nickte knapp. „Status?“ „Voll operationsfähig und startbereit, Captain - Unser Jagdgeschwader wurde alarmiert. Vollzug steht noch aus.“ „Danke Commander.“ Dheran wandte sich an Rania Singh-Badt. „Hat sich Captain Reis von der KNIGHTFALL schon gemeldet?“ Die Inderin bestätigte: „Startbefehl läuft soeben ein. Der Verband soll sich formieren. Angriffsformation EPSILON sobald wir gestartet sind.“ „Danke, Lieutenant.“ Dheran blickte hinüber zu Turbolift-1 aus dem soeben Lieutenant Farok heraus trat. „Das hat aber lange gedauert, Mister Farok. Sie übernehmen den Platz an der OPS. Farok bestätigte knapp und Dheran setzte sich neben seinen XO auf die Kante seines Sessels. Auf dem Hauptschirm erkannte der Andorianer, dass sich die gewaltigen Hangarschotts der Pilzsektion bereits öffneten. „Mister Ivarsson, wir starten“, forderte er den Steuermann auf, nachdem Captain Sebastian Reis´ Schiff ein normaler AKIRA-KLASSE Kreuzer, abgelegt hatte und das sich öffnende Schott der Pilzsektion ansteuerte. „Achten Sie darauf, dass Sie dran bleiben.“ Er wandte sich von Ivarsson zu Charall: „Sobald wir draußen sind werden wir umgehend unsere Position in der Formation EPSILON einnehmen.“ Knapp sechs Minuten nach der Alarmierung jagten die zehn Schiffe des FRF-Verbandes, in Keilformation durch das Tendara-System auf die Asteroidenschale zu. Die zehn Schiffe durchflogen das Asteroidenfeld an einer der weniger dichten Stellen und gingen knapp sechs Minuten nach der Alarmierung auf Warp, um Captain Ronsfield und seiner Crew zur Hilfe zu eilen...
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Auf der Brücke der U.S.S. LIGHTBRIGADE, einem Schiff der TAURUS-KLASSE, herrschte das übliche, geordnete Chaos; wie immer, wenn es zu Kampfsituationen kam. Captain Angus Ronsfield, ein kampferfahrener irischer Offizier, den so schnell nichts erschüttern konnte, saß vorgebeugt in seinem Sessel, auf der Brücke, und rieb sich seinen, schon recht früh ergrauten, Vollbart. Die blau-grauen Augen des hochgewachsenen, breitschultrigen Iren drückten jene Härte und Entschlossenheit aus, wie sie für die meisten Task-Force Captains üblich war, während er mit verschlossener Miene auf den Bildschirm sah. Eine Gruppe von fünf schweren Gornkreuzern hatte der LIGHTBRIGADE am Rand eines unbenannten Sonnensystems aufgelauert. Die schweren Kriegsschiffe schoben sich soeben aus dem Ortungsschatten des äußeren Planeten. Die beiden Inneren der insgesamt sechs Planeten des Systems standen, von der LIGHTBRIGADE aus gesehen, hinter der kleinen, orange-roten Sonne der K-Spektralklasse, während die nächsten drei beinahe in Opposition, rechts des äußeren Planeten lagen. Captain Ronsfield wandte sich an seinen Taktischen Offizier: „Mister Boll, Waffen klarmachen. Das Feuer werden Sie jedoch erst eröffnen, falls wir angegriffen werden. Schilde aktivieren.“ Ronsfield wandte sich von ihm zur Noralanerin, Bis Esol: „Versuchen Sie die Gorn anzurufen, Ensign Esol. Ich habe zwar keine große Hoffnung, dass die Brüder antworten werden, aber man weiß ja nie.“ Der Orioner ersparte sich jeglichen Kommentar und sagte, gleich Esol, lediglich: „Aye, Captain.“ Pas Boll kannte schließlich seinen Captain, denn ihm hatte er es zu verdanken, dass er nicht vollends dem Alkohol verfallen war – damals nach dem Dominion-Krieg. Ronsfield gestattete für gewöhnlich seinem Gegner den ersten Schuss. Allerdings pflegten seine Antworten auf solcherlei Beweise kriegerischen Tuns immer recht heftig aus zufallen. Neue Offiziere hatten mit dieser Einstellung des Captains anfangs oft Probleme und wurden nervös, doch nach einer gewissen Zeit färbte die ruhige Gelassenheit des hart gesottenen Haudegens auf sie ab, und sie gewöhnten sich an diese Vorgehensweise. „Keine Antwort, Captain“, antwortete die Noralanerin und warf mit einer schnellen Kopfbewegung ihr violett schimmerndes Haar zurück. Im Gegensatz zu Boll spielte ihre Hautfarbe etwas mehr ins Grün-Bläuliche. „Wollen wir genau zwischen den beiden Führungskreuzern hindurch fliegen?“, fragte der andorianische XO, der sich bisher im Hintergrund gehalten hatte an Captain Ronsfield gewandt. Commander Shras war bekannt für solche halsbrecherischen Ideen – darin unterschied er sich kaum von anderen Andorianern, die in der 5.Task-Force dienten. Und nur allzu oft folgte der Captain diesen Ideen. Zusammen mit dem andorianischen Captain, Tar´Kyren Dheran, galt Ronsfield als einer der risikofreudigsten Captains auf UNITY-ONE. Lieutenant-Commander Boll antwortete mit einem diplomatischen: „Wir könnten den Anschein erwecken, als würden wir den Gorn diesen Gefallen tun.“ Nach Bolls Meinung konnten sie eine ganze Menge machen, aber ganz sicher nicht zwischen den beiden anfliegenden Gorn-Kreuzern hindurch fliegen, ohne in eine atomare Gaswolke verwandelt zu werden. Im nächsten Moment wandte der Captain sich an den haliianischen Steuermann. „Lieutenant Nuhri: schwenken Sie um zwanzig Grad über die Grünkoordinate ab.“ Oriall Nuhri schien förmlich auf diesen Befehl gelauert zu haben, denn fast augenblicklich drehte die LIGHTBRIGADE auf den rechten der beiden Gornkreuzer zu. Die drei Gornkreuzer im Hintergrund reagierten und schwenkten auf einen Abfangkurs ein. Auf Angus Ronsfields angespanntes Gesicht erschien ein grimmiges Lächeln. Er wechselte einen amüsierten Blick mit seinem XO und mit entschlossenem Tonfall sagte er zu Lieutenant Nuhri: „Steuermann, wir gehen auf den alten Kurs zurück.“ Nuhri reagierte umgehend, obwohl der Kurs, den er das Schiff einschlagen ließ entschieden gegen alles ging, woran er glaubte. Er hoffte nur, dass der Captain, wie schon so oft zuvor, wusste was er tat. Die Reaktion der Gorn bewies, dass der Captain richtig taktierte. Nuhri erkannte nun auch, was der andorianische Commander sich mit dem scheinbaren Wahnsinnskurs gedacht hatte und warum der Captain dem Vorschlag so bereitwillig folgte. Schnell steuerte er den leichten Kreuzer so zwischen die Gornschiffe, dass nur zwei der Feindschiffe auf sie feuern konnten, während das vordere rechte Gornschiff den drei hinteren die Sicht auf die LIGHTBRIGADE nahm. Als die beiden Feindkreuzer, ohne Vorwarnung das Feuer eröffneten, beschleunigte Nuhri das Schiff. Gleichzeitig kommandierte Ronsfield mit ruhiger Stimme: „Feuer, Mister Boll!“ Der Orioner reagierte umgehend. Mit den Phasern nahm er die Schilde des rechten Gornkreuzers unter Punktbeschuss, während er drei Quantentorpedos auf exakt dieselbe Stelle feuerte. Als die LIGHTBRIGADE zwischen den beiden Kreuzern hindurch raste, brach der Schirm des beschossenen Gornkreuzers zusammen. Gleich darauf feuerte Pas Boll zwei Quantentorpedos aus den hinteren Launchern auf den schutzlosen Kreuzer, der in einer Energieorgie aus einander brach. Zwei Phasertreffer schüttelten das Föderationsschiff durch, doch die Schutzschilde hielten stand, während Nuhri die LIGHTBRIGADE in eine enge Wende legte. Noch bevor das Schiff sie vollendet hatte, nahm Boll das Heck des zweiten Gornkreuzers unter Feuer. Es gelang dem Orioner den Heckschild des Schweren Kreuzers zu durchschlagen und einen Phasertreffer im Antriebsbereich anzubringen, bevor die anderen Gornkreuzer heran waren und der Captain befahl: „Mister Nuhri: Ausweichmanöver DELTA-4!“ Der Haliianer ließ das Schiff über die rechte Seite nach unten weg gleiten, wobei er den hilflos treibenden, beschädigten Gornkreuzer zwischen die LIGHTBRIGADE und die drei noch voll aktionsfähigen Feindschiffe brachte. Gleichzeitig beschleunigte er das Schiff mit voller Impulsgeschwindigkeit. Im nächsten Moment meldete sich Bis Esol mit sichtlich erleichterter Stimme. „Captain, zehn Task-Force-Schiffe verlassen soeben, an der Grenze des Systems den Subraum. Sie werden in zwei Minuten hier sein. Captain Reis von der KNIGHTFALL ruft uns.“ „Auf den Schirm, Ensign.“ Im nächsten Moment erschien das gemütlich, beinahe phlegmatisch wirkende, Gesicht des deutschen Captains auf dem Hauptschirm. Nur wer Sebastian Reis näher kannte, der wusste, dass dieser Eindruck vollkommen falsch war. Captain Reis lächelte gemütlich, bevor er sagte: „Sie halten die Fast-Reaction-Force schon auf Trab, Captain Ronsfield. Wir nähern uns aus Vektor Gelb – Minus 23. Zeit bis zum Eintreffen liegt bei T minus einhundert. Halten Sie so lange durch?“ „Positiv!“, bestätigte Ronsfield knapp. „Die Gorn werden sich vermutlich jetzt schon überlegen, ob sie es mit der FRF aufnehmen wollen.“ Reis machte ein zufriedenes Gesicht. „Sobald wir bei Ihnen sind, schließen sie sich der MIDWAY an, und dann werden wir den Spieß umdrehen und diese drei Gorn zur Abwechslung jagen. Reis, Ende.“ Ronsfield blieb kaum genug Zeit zu bestätigen, bevor die KNIGHTFALL die Verbindung unterbrach. Gleich darauf meldete Boll: „Die drei Gorn brechen die Verfolgung ab und fliegen, zu dem beschädigten Kreuzer, zurück in das System.“ Ronsfield nickte in Gedanken. „Danke, Mister Boll. Lieutenant Nuhri, hart Wenden und Geschwindigkeit an die MIDWAY anpassen, sobald sie uns erreicht.“ „Aye, Sir“, bestätigte Nuhri, während Angus Ronsfield sich im Sessel zurück lehnte und grimmig überlegte, dass es nun anders herum ging, und die Jäger zu Gejagten werden würden.
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Commander Namoro Kunanga saß in der Führungsmaschine des Jagdgeschwaders der ICICLE und wartete angespannt auf das Zeichen zum Einsatz. Noch ruhte der SKORPION-Jäger, wie alle anderen auch, auf seinen kurzen Auslegern, die magnetisch auf dem Hangarboden verankert waren. Zum zweiten Mal, seit er die Jagdverbände der ICICLE übernommen hatte, würde er sie als CAG – als Commander Air Group – oder Wing-Commander, wie man es früher einmal genannt hatte, in eine Schlacht führen. Er vertraute dabei auf seine Fähigkeiten, und auf die seiner Piloten, die für speziell solche Einsätze trainiert worden waren. Kunanga wusste aber auch, dass es einen gewaltigen Unterschied gab, zwischen Training und Ernstfall. Sie hatten sich jedoch bei ihrer Feuertaufe bestens bewährt, und Kunanga hoffte, dass es diesmal genauso sein würde. Als der Operations-Officer, von der Brücke aus, Kontakt mit ihm aufnahm, dass der Einsatz in weniger als einer Minute beginnen würde, aktivierte Kunanga die Ringverbindung und befahl: „CAG an Geschwader: X-Zeit minus vierzig Sekunden. Start erfolgt Staffelweise. Ende und Aus.“ Zwanzig Sekunden später öffneten sich die drei Panzerpforten des Roll-On-Roll-Off Hangars und Kunanga aktivierte die Aggregate seiner Jagdmaschine im Leerlauf. Nur die leichtbläulich schimmernden Kraftfelder verhinderten dabei einen sofortigen Druckverlust. Fünf Sekunden vor dem Start fuhr er, als einer der Letzten, die Ausleger ein und zählte in Gedanken die restlichen Sekunden herunter. Als das Grünzeichen über den Hangarpforten aufleuchtete, und das Kommando des Ops-Officers kam, ging Kunanga auf Volle Beschleunigung. Von einem Augenblick auf den anderen war die Umgebung des Hangars verschwunden und die Schwärze des Weltalls, mit seinen Myriarden von Sternen umgab ihn. Bei den beengten Verhältnissen im Inneren des Jägers, fiel Kunanga spontan eine Aussage das Captains wieder ein, der einmal gemeint hatte: In einen SKORPION-Jäger steigt man nicht ein, den zieht man an. Seine Instrumente zeigten Kunanga an, dass auch die KNIGHTFALL ihre Jäger gestartet hatte. Auch das Schiff von Captain Reis hatte vierzig der neuen Angriffsjäger an Bord, von denen bereits zehn ausreichten, um auch einem mittelschweren Kreuzer gefährlich werden zu können. Staffelweise zu jeweils zehn Maschinen, formierten sich die Jäger und bildeten vor den Schiffen der FRF einen keilförmigen Abwehrkordon, der unliebsame Überraschungen bereits im Vorfeld verhindern konnte. Fünfhundert Kilometer vor den Schiffen der FRF überschritten die kleinen wendigen Jagdmaschinen die äußere Planetenbahn und hielten Kurs auf den fliehenden Gornverband. Commander Kunanga rechnete jedoch damit, dass die noch operationsfähigen Kreuzer der Gorn schon bald auf Warp-Geschwindigkeit gehen würden, um sich dem Zugriff der Fast-Reaction-Force zu entziehen. Das Komm-Signal unterbrach seine Gedankengänge. „ICI-101, hier KNI-101. Irgend etwas stimmt mit diesen Gorn nicht. Die wissen, dass sie uns haushoch unterlegen sind, mit ihren paar Schiffen. Warum hauen die nicht ab? Kommen.“ Das war Commander Patrizia Miranetti gewesen, die CAG der KNIGHTFALL. Ihre Überlegungen stimmten mit denen Kunangas überein und so erwiderte er: „KNI-101, hier ICI-101. Sie haben recht, diese Gorn verhalten sich seltsam. Möglicherweise gibt es einen Stützpunkt der Allianz in diesem System und die LIGHTBRIGADE hat in ein Wespennest gestochen, als sie hier auftauchte. Kommen.“ „Möglich, Commander. Ich werde mit dem OPS-Officer der KNIGHTFALL Verbindung aufnehmen. Vielleicht haben die Langstrecken-Scanner der großen Schiffe etwas ungewöhnliches aufgefangen. Ende und Aus.“
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Beinahe im selben Moment stellte Tar´Kyren Dheran, auf der Brücke der ICICLE, dieselben Überlegungen an. Mit hochgezogenen Augenbrauen und nach vorn gebogenen Antennen saß er vorgebeugt auf der Kante seines Sessels, blickte Commander Pasqualina Mancharella an und fragte: „Finden Sie es nicht auch merkwürdig, Commander, dass die Gorn nicht verschwinden, sondern in Kauf nehmen von unserem Verband gestellt zu werden?“ „Möglicherweise gibt es einen Orbitalstützpunkt hinter einer der abgewandten Planetenseiten“, orakelte die Spanierin und wies auf den Hauptschirm, in dessen Zentrum der vierte und fünfte Planet zu sehen waren. Die vier Gornschiffe hielten auf einen Punkt zu, der genau zwischen den beiden Planeten lag. Dherans Antennen richteten sich etwas auf. „Aber Sie sind davon nicht überzeugt?“ Pasqualina blickte Dheran eindringlich an. Davon, dass sie vor zwei Wochen zum ersten Mal mit einander geschlafen hatten, war in diesem Moment nichts zu bemerken. „Nein, Captain. Die Schiffe würden dann längst zu einem der beiden Planeten abschwenken. Es scheint viel mehr so, als wollten sie uns dazu verleiten, genau zwischen den Planeten hindurch zu fliegen, um uns dann mit dem zu überraschen, was sich möglicherweise im Ortungsschatten der beiden Planeten verbirgt.“ Dheran erlaubte sich ein feines Lächeln und blickte neugierig zu Lieutenant Farok hinüber. „Ihre Meinung, Mister Farok?“ Der Vulkanier hob leicht die Augenbrauen und erklärte ruhig: „Ich errechne eine 67,3-prozentige Wahrscheinlichkeit, für die Annahme des Commanders, Sir.“ „Danke, Mister Farok.“ Dherans Antennen spreizten sich als er seinem XO einen schnellen Seitenblick zu warf. „Dass Mister Farok ein Schlitzohr ist war mir bekannt, aber dass Sie auch zu dieser Gattung gehören, Commander, ist mir neu. Gute Arbeit.“ Er wandte sich an Rania Singh-Badt. „Eine Verbindung zum Führungsschiff des Verbandes, Lieutenant.“ Die Inderin bestätigte und bereits wenige Sekunden später baute sich auf dem Hauptschirm das Abbild der KNIGHTFALL-Brücke auf. Captain Sebastian Reis saß gelassen, wie es seine Art war, im Sessel des Captain und blickte leicht fragend. Der Captain der KNIGHTFALL war gelernter Anwalt, was Dheran anfangs zu der Annahme verleitet hatte, dass er bei der 5.Task-Force fehl am Platz sein könnte. Dass Captain Reis alles Andere war, als ein lahmarschiger Winkeladvokat hatte er jedoch schnell unter Beweis gestellt. Und nicht umsonst hatte Fleetadmiral Belar ihm das Kommando über diesen FRF-Verband übertragen. Darum ließ sich der Andorianer auch nicht vom etwas gemütlichen Aussehen dieses Menschen täuschen. Reis galt als geistiges Chamäleon mit der Intelligenz eines Hochschulprofessors. „Was kann ich für Sie tun, Captain Dheran?“ „Was halten Sie von dem Manöver der Gorn, Captain? Ich fürchte wir sollen genau zwischen die beiden Planeten, vor uns, gelockt werden.“ Captain Reis blieb gelassen. Wir beurteilen die Lage also gleich, Mister Dheran. „Was schlagen Sie vor?“ Dheran erhob sich abrupt und stellte sich in Position. „Unsere kleineren Einheiten können die Planeten außen umfliegen, wenn die Gorn sicher sind, dass wir ihnen folgen. Mit der KNIGHTFALL und der ICICLE im Nacken sorgen wir dafür, dass sie nicht auf die Idee kommen zu wenden und uns zu entkommen. Zusammen mit unseren Jägern sollten wir in der Lage sein, allein klar zu kommen, bis unsere Schiffe die Lage auf der anderen Seite der beiden Planeten sondiert haben. Wenn im Ortungsschatten der Planeten weitere Schiffe der Allianz auf uns warten, dann werden sie zwischen Hammer und Amboss geraten.“ Reis´ Lächeln vertiefte sich. „Wenn das ihre Idee ist, dann habe ich noch eine bessere Idee: Genau so werden wir es machen. Da die ICICLE als Führungsschiff am Besten geeignet ist, werden Sie das Kommando über die MIDWAY, die LIGHTBRIGADE, die SIRIUS und die ESSEX übernehmen, wenn wir auf der anderen Seite sind – die Captains werden bereits informiert. Viel Glück, Captain Dheran.“ Es dauerte einen kurzen Augenblick bis Dherans Antennen sich spreizten. „Dann sind wir uns einig. Dheran, Ende.“ Der Andorianer ließ sich wieder auf der Sesselkante nieder. Einen Verband von mehreren Schiffen zu führen, würde eine neue Erfahrung für ihn sein. Dennoch blieb er ruhig. Wenn sein bester Freund einen Verband von 40 Schiffen führen konnte, dann würde er mit dieser Aufgabe auch klar kommen. Er blickte Farok an und sagte: „Mister Farok, Sie bleiben in Verbindung mit unseren Jagdgeschwadern.“ Dann wandte er sich zu Lieutenant Singh-Badt um. „Sie haben es gehört, Lieutenant. Halten Sie Verbindung mit den vier Schiffen und achten Sie auf meine Anweisungen.“ „Aye, Captain!“ Die Stimme der Inderin zitterte leicht. Pasqualina Mancharella erhob sich und schritt zu ihr an die Taktische Station. „Nur die Ruhe, Lieutenant“, raunte sie der Inderin leise zu. „Sie schaffen das schon.“ Rania blickte die XO dankbar an. Bisher hatten sie beide keinen so optimalen Start gehabt, aber die Inderin hoffte dass sich ihr Verhältnis zum Ersten Offizier der ICICLE bald verbessern würde. Wobei sich die Inderin nicht recht erklären konnte, warum sie und Commander Mancharella einen so holprigen Start mit einander gehabt hatten. Rania Singh-Badt wäre sicher mehr als erstaunt gewesen, hätte sie geahnt, dass sich Pasqualina Mancharella momentan dieselbe Frage stellte. Die Spanierin kam zu dem Schluss, dass sie nach diesem Einsatz ein klärendes Gespräch mit dem Lieutenant würde führen müssen. Natürlich würde sie der Inderin nicht auf die Nase binden, was der wahre Grund für ihr bisheriges ablehnendes Verhalten ihr gegenüber war – das ging sie nichts an. Aber eine allgemein gehaltene Entschuldigung würde auch ihre Wirkung entfalten. Sie stützte sich mit den Händen auf das Geländer und blickte auf den Hauptschirm. Irgendwo dort vor ihnen flogen die Jagdgeschwader der beiden AKIRA´s und würden als Erste zu spüren bekommen, ob sich ihr Verdacht bewahrheiten würde.
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Längst waren die beiden Planeten rechts und links aus dem Sichtbereich gewandert, und Namoro Kunanga spürte, dass sich sein Magen rhythmisch zusammen zog. Vor wenigen Augenblicken hatte der OPS-Officer der KNIGHTFALL mit beiden Jagdgeschwadern Kontakt aufgenommen, und vom Plan der beiden AKIRA-Captains unterrichtet. Wenn deren Vermutung stimmte, dann sollten er, und die Piloten der beiden Jagdgeschwader eigentlich jeden Moment davon erfahren. Als wären seine Überlegungen das Stichwort gewesen, kam im selben Moment ein Warnsignal von seinen Ortungsinstrumenten. Kunanga aktivierte die Ringverbindung. „ICI-101 an Geschwader: Feindkontakt! Den Energiesignaturen nach handelt es sich um Schiffe der Kel´Daxar. Ende.“ „ICI-101, hier KNI-101. Bestätigt. Aber haben sie sich einmal die Werte angeschaut? Ich wusste nicht, dass die Kel´Daxar so riesige Schiffe besitzen. Ende.“ Kunanga las die Werte der Scanner ab und hatte das Gefühl, eine eisige Hand würde nach seinem Herzen greifen. Aus dem Ortungsschatten beider Planeten schob sich ein riesiges Schiff von über 800 Metern Länge. Damit übertrafen sie die größten Schlachtkreuzer der Föderation noch um mehr als 100 Meter. Lediglich die beiden Trägereinheiten der WALLACE-KLASSE besaßen noch größere Dimensionen. Der Commander hatte noch nie von so großen Kreuzern, oder Trägerschiffen, der Kel´Daxar gehört. Bisher hatte der Sternenflotten-Geheimdienst stets davon gesprochen, dass dieses Volk nur über eine große Anzahl kleiner Schiffe verfügte. Mit einer so unangenehmen Überraschung hatte er nicht gerechnet. Bereits im nächsten Moment wurde ersichtlich, dass die Lage noch weitaus unangenehmer werden würde, denn zahlreiche Jagdmaschinen – ebenfalls mit eindeutigen Kel´Daxar-Signatur – traten aus dem Ortungsschatten beider Planeten heraus und hielten Kurs auf die Jagdgeschwader der Föderation. Und so wie es aussah, waren sie ihnen zahlenmäßig mindestens 2:1 überlegen. Die Stimme des Operations-Officers der KNIGHTFALL klang auf: „Chief-Flight-Operations an Jagdgeschwader. Sie haben Befehl die anfliegenden Jäger der Kel´Daxar abzufangen. Es besteht Grund zur Annahme, dass der Feind auch Jagdbomber mit im Verband hat. Diese sind vordringlich abzufangen. Um die Trägerschiffe der Kel´Daxar kümmern sich KNIGHTFALL und ICICLE, Ende.“ Der ist lustig, dachte Kunanga. Als wären die vier noch übrigen Gorn-Kreuzer nicht vorhanden. Danach bestätigte er und nahm Verbindung zu den drei übrigen Staffelführern des ICICLE-Jagdgeschwaders auf. „Kunanga an Staffelführer: Staffel Eisvogel und Staffel Eisbär übernehmen, etwas hängend, den Flankenschutz. Staffel Eisfee bleibt an meiner Seite. Wir nehmen Keilformation ein, greifen frontal an und fliegen eine harte Wende. Quantentorpedo-Einsatz erst nach dem Durchbruch. Kunanga, Ende.“ Noch während die drei Staffelführer bestätigten, nahmen die Jäger bereits ihre Positionen ein. Anerkennend stellte er, bei einem Blick auf die Instrumente fest, dass Patrizia Miranetti eine ähnliche Formation befohlen hatte. Noch befanden sich die gegnerischen Verbände etwa 10 Millionen Kilometer von einander entfernt, wobei sie sich gegenseitig mit etwa 70.000 Kilometern pro Sekunde einander näherten. Damit blieb noch etwa eine Minute Zeit, bis die gegnerischen Einheiten auf einander prallen würden. Wahrscheinlich sogar etwas mehr, da beide Verbände, zur besseren Manövrierfähigkeit auf halben Impuls verzögern würden. Das wiederum gab den leichten Einheiten der FRF die Gelegenheit die Planeten zu umrunden um den Gegner in die Zange zu nehmen. Noch eine Minute, dann ging der Tanz los...
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